In aller Känguruhe

17.3.07

Ein Haufen Papageien

Obwohl Melbourne nur einen Katzensprung (nur nach australischem Maß!) von Sydney entfernt liegt, sieht man hier nur selten mal einen Vogel, den man schon kennt. Stattdessen fanden wir auf dem nach-Hause-Weg (erstaunlich, wie schnell sich unser Busle wie ein "zuhause" anfühlt) einen Baum voller Papageien.


Sicher 30 solcher bunten Vögel tummelten sich in der Abendsonne in den Bäumen am Straßenrand

Und während wir wild fotografierend um die Vögel herumgingen und so etwas noch nie gesehen hatten, lief ein junges Melbourner Ehepaar an uns vorbei. Er bedachte das Szenario mit einem knappen "a lot of parrots" ("ein Haufen Papageien"), sie sah nicht mal hin. Offensichtlich also ganz alltäglich hier.

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Moomba Waterfest

In der Stadt gab es viel Neues zu Entdecken (zunächst ein paar besser funktionierende Duschen, als die bei unserem Schlafplatz, zwar etwas weiter weg, aber dafür bequemer). Gleich danach die Tram, die in diesem Jahr ihren 100sten Geburtstag feiert (und damit älter ist, als die Harbour Bridge in Sydney). Mit ihr ging es ins Zentrum, wo gerade das "Moomba Waterfest" stadtfand.


Am Yarra-River, der sich durchs Stadtzentrum schlängelt, war ein kleiner Vergnügungspark aufgebaut.

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wieder Stadtleben

Da Canberra nicht als Stadt gezählt werden kann, tauchten wir erst in Melbourne wieder ins Stadtleben ein. Es empfing uns mit dem hier allseits bekannten unberechenbaren Wetter. Es sah nach Regen aus, obwohl es den ganzen Tag über auf dem Freeway sehr heiss gewesen war. Da es schon zu dämmern begann als wir ankamen, wollten wir gleich ans Meer, da wir dort die besten Chancen auf sanitäre Anlagen erwarteten. Annika lotste uns grandios durch die komplette Stadt und so waren wir trotz Rush-Hour nach kurzer Zeit an der Küste und sahen uns nach einem praktischen Übernachtungsparkplatz in Zentrumsnähe um, den wir im Stadtteil "St. Kilda" fanden. Am nächsten Tag wollten wir die Stadt erkunden.

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kein See

Auf Talangatta hatte ich mich sehr gefreut. Eine Stadt, die wegen der Zusammenlegung zweier Flüsse zu Bewässerungszwecken "umziehen" musste, da sie dummerweise mittem im geplanten Überflutungsgebiet lag. Die Reste sind im Sommer noch immer sichtbar. Klingt schön, war aber so unspektakulär, dass ich zwar ein paar Fotos gemacht hab, hier aber keins rein kommt. Der See selbst hingegen, ein stattlicher blauer Fleck auf der Straßenkarte, war in seiner Abwesenheit durchaus spektakulär.


Der Sommer scheint ordentlich gewütet zu haben. Ein weitläufiges ausgetrocknetes Fluss- und See-Bett voller verbrannter Bäume.

Als in mir der Plan aufgekommen war, irgendwo an diesem See zu übernachten, hatte ich mir das irgendwie anders vorgestellt. Aber da wir glücklicherweise bereits am Aussichtspunkt (Lawrence Lookout) übernachtet hatten, konnten wir diesen Ausblick in voller Wachheit genießen und topfit richtung Melbourne weiterfahren.

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durch die Snowy Mountains

Seit Khancoban waren wir von den langen Fahrt erschöpft und obwohl mir ein Nachtplatz am See von Talangatta lieber gewesen wäre, sahen wir uns lieber gleich nach einem um, denn öffentliche Toiletten sind im Bergland ziemlich rar. Drei am Pinienwaldrand grasende Rehe später fanden wir den Lawrence Lookout; mit Picknick-Hütte, Klos und grandioser Aussicht bestens für die Nacht geeignet. Wieder ein holpriger Weg bis hin, aber unser Luxusmobil ist's ja inzwischen gewohnt. Die Snowy Mountains hatten wir damit also hinter uns gelassen. Am nächsten Tag wollten wir die über 400km nach Melbourne fahren.


Ein letzter Blick zurück in die Snowy Mountains. Sehen nicht aus wie knapp 2300m-Berge. Wind und Wetter hatten in Australien viel mehr Zeit zum Kantenschleifen.


Am nächsten Morgen der Blick in die andere Richtung. Ein Gewitter zieht auf und so fahren wir sehr früh los (früh für unsere Verhältnisse; etwa um 8 Uhr).

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15.3.07

Tag der Rekorde


Im Winter kann's hier glatt werden. Da wir im Sommer unterwegs sind, können wir beruhigt die Aussicht genießen.

Vorbei an Australiens höchstem Berg (dem Mount Kosciuszko) und Australiens längstem Fluss (dem Murray River), ging es gut ausgeruht durch die Snowy Mountains. Im Skiort Thredbo (Australiens kältester Ort, in dem einst mit 202h der Rekord für's Dauerskifahren aufgestellt wurde) machten wir kurz halt um zumindest die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, auf den Berg raufzusteigen, aber da der Lift zu teuer, unsere Ausrüstung zu spärlich und die Lust auf zu viel Bewegung ebenso spärlich war, ließen wir's sein. Der Weg durch den Kosciuszko National Park (gleich an der Pforte hatte ich mich erkundigt, wie man das überhaupt ausspricht. Die nette Dame sagte es mir dreimal vor und es klang dreimal völlig unterschiedlich) führte uns durch spektakuläre Landstriche, wie wir sie von Australien nicht erwartet hätten.


Eindrucksvoll war auch, wie sich überall Wald von den Bränden erholt. Verkohlte Stämme mit frischem Grün (und rot).

Bis Khancoban fuhren wir durch den Park (der größte Nationalpark in New South Wales), dann weiter nach Westen in Richtung Freeway. Am Abend hatten wir einen Fahrzeitrekord aufgestellt (wenn auch keinen Streckenrekord, denn in den kurvigen Gebirgs-Straßen waren wir nur langsam unterwegs).

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up, up and away


Sieht niedlich aus, sogar auf dem Verkehrsschild: Ein Wombat. Die sind aber nicht so klein, wie man sie sich vielleicht vorstellt, sondern ziemliche Brocken.

Nach Canberra sollte es erstmal hoch hinaus gehen. Nicht aus "heimweh" nach den Alpen, sondern einfach aus Neugier, wie wohl das "alpine" Australien aussieht. Ursprünglich wollten wir an diesem Tag nur bis in den Touri-Ort Cooma weiterfahren oder ein Stück weiter bis zum Wintersport-Stadt Jindabyne. Da Cooma aber wirklich nur Shops und Fressbuden bot und in Jindabyne kein schöner Schlafplatz zu finden war, machten wir uns auf in den Kosciuszko National Park. Nur um drinnen gleich die erste Abfahrt durch unwegsames Gelände zu nehmen und dort am Thredbo-River eine Nacht zu bleiben.

Richtig kalte Sommernächte gibt's vor Allem in den Snowy Mountains.

Ein absolut idyllisch gelegenes Fleckchen am Fuße der Snowy Mountains und erneut wilde Kängurus vor unserem Auto. Am nächsten Morgen nahmen wir nach dem Frühstück den einladenden Trampelpfad ins Gestrüpp ("bushwalk") und am Fluss entlang. Die Wombats hatten hier etliche Löcher gegraben. Da sie nachtaktiv und extrem scheu sind, sahen wir aber keinen.


Bushwalk heißt fast alles, was zu Fuß und außerhalb der Stadt geschieht.

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5.3.07

The Nation's Capital

Wir konnten die Hauptstadt einfach nicht auslassen. Es gab vorab niemanden, der gesagt hätte "geht da hin"; wer immer von Canberra sprach, nannte es "ein Loch", fluchte über die Entfernungen oder wie langweilig die Stadt sei. Und es stimmt! Wenn auch nicht ganz. Ab 5 werden - wie man so schön sagt - die Gehsteige hochgeklappt. Wer sich danach zu Fuß in der Stadt aufhält ist höchstenfalls auf dem Nachhauseweg. Zwischen A und B liegen meist mehrere Kilometer, egal was A und B ist. Zwei Tage lang haben wir die "Stadt" in der Stadt gesucht. Was uns letztendlich so lange hier gehalten hat, war vermutlich unser Auto. Die Entfernungen sind damit zwar noch immer groß, aber die Museen und Denkmäler sind riesig und fast alle gratis. Allein im National Museum of Australia bräuchte man sicher einen ganzen Tag um sich alles ausführlich anzuschauen. Das Highlight war allerdings kein Museum, sondern die National Botanic Gardens. Und ja, mit "national" fängt hier nahezu jede Bezeichnung an.


Das (National!) Parlamentsgebäude

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Wer's noch immer nicht tut ...

Auf der Karte sind teilweise auch Orte verzeichnet, die wir nicht mit einem eigenen Beitrag in diesem Reisetagebuch bedacht haben. Außerdem kann man hier unsere Route durch's Land am besten nachvollziehen und erfährt mehr über die einzelnen Orte. Die Karte ist das erste, was wir - wenn wir nur kurz Zeit für's Internet haben - auf den neuesten Stand bringen. Also ruhig hin und wieder mal reinschaun.

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Bateman's Bay


Der Wassergarten des Ortes erinnert im Wald ein wenig an düstere Fantasy- oder Science-Fiction-Filme. Anfangs sieht der Holzsteg aber noch sehr einladend aus.

Nach dem unglaublichen Tagestripp von so ungefähr 20km waren wir dann auch schon in Bateman's Bay angelangt, dem letzten Küstenort vor Melbourne auf unserer Route. Nach einem kurzen Zwischenfall, der mit einem - vermutlich wohlgenährten - Pelikan auf einer Straßenlaterne zu tun hatte, mussten wir hier zum zweiten Mal unsere Windschutzscheibe putzen ... und das als Backpacker ... Das Foto der Sauerei enthalten wir euch vor.

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Pebbly Beach







Zu diesen Bildern muss man vermutlich nichts mehr hinzufügen. Ich tu's trotzdem: Am Pebbly Beach angekommen sahen wir abends 20 Kängurus in unserer Nähe grasen. Zuvor hatten wir die Riesen-Echse in der Küche des Campingplatzes (wild campen ist im Naturschutzgebiet verboten) fotografiert. Die bunten Vögel, die man hier sehr oft sieht, bei denen ich aber nie rechtzeitig die Kamera zücken kann, sind Pennant-Sittiche. Junge Pennant-Sittiche sind grün, weshalb wir sie zunächst für eine ganz andere Art hielten und uns wunderten wie gut sie miteinander "auskommen".

Nach all den Eindrücken wollten wir natürlich eine weitere Nacht bleiben, in der wir erneut 20 Kängurus beim essen beobachteten. Wir versuchten natürlich, sie nicht zu nerven, aber je näher man ihnen kam - und sie waren überhaupt nicht scheu -, desto näher wollte man hin. Und am Ende haben wir beide eins gestreichelt. Herrlich und schon jetzt ein Highlight.

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Jervis Bay

War gar nicht Jervis Bay, aber auch schön.

Ebenfalls eine Empfehlung von unserem Opernhaus-Nebensitzer: Jervis Bay. Was wir zuerst dafür hielten entpuppte sich nach einem kurzen Stadt- und Strandspaziergang und erneutem Blick auf die Karte als Huskinsson. Dann eben weiter. Auf der Suche nach dem echten Jervis Bay sahen wir unser erstes freilebendes Känguru und den ersten wilden Schnabel-Igel (ja, hier gibt's mehr als nur ein Schnabel"tier"). Beides am Straßenrand. Überfahren. Bei aufziehendem Gewitter spazierten wir durch den Botanischen Garten des Booderee National Parks, aber der Regen trieb uns dann schnell zurück ins Auto. Unter Sturzbächen fanden wir nach langer Suche öffentliche Toiletten (und damit einen geeigneten Schlafplatz) beim St. George's Basin in der gleichnamigen Ortschaft.

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Kiama

Kiama's
Leuchtturm


Nächster Halt: Kiama. Elli und Dani hatten uns schon von dem hübschen Leuchtturm vorgeschwärmt und vor allem vom sogenannten "Blowhole" einem Loch in der Klippe, durch das eine 60m Wasserfontäne spritzt. Der Sommer meinte es - wie im Royal National Park - nicht gut mit uns und so sahen wir keine Fontäne (es sei denn 2 oder 3 Meter zählen auch). Dafür fanden wir gleich am Fuße des Leuchtturmhügels einen komfortablen Schlafplatz mit Dusche und WC, dank des Rock-Pools nebenan. Ein wenig durch die Stadt spazieren, einkaufen und auch endlich das Auto mal komplett ausräumen und wieder einräumen, so dass wir gemütlich drin hocken können. Ich konnte natürlich auch nicht umhin, mal in den Rock-Pool zu springen (Sieht man hier dank der Wellen und giftigen Tiere relativ häufig. Ein in den Fels gehauener "Swimmingpool", der vom Meerwasser gefüllt wird). Da wir für unsere Rundreise viiieel Zeit haben und für die Unterkunft ja nichts bezahlen müssen, warfen wir am nächsten Tag eine Münze und entschieden so, noch eine weitere Nacht zu bleiben um am nächsten Tag frisch ausgeruht nach Jervis Bay weiterzufahren.

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3.3.07

fast vergessen: Das Auto



und ja, es hat TÜV ... und fährt sich wunderbar.

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Royal National Park

Damals im Sydney Operahouse, hatten wir einen freundlichen Australier getroffen, der uns ausgedehnt erzählte, was wir auf dem Weg nach Melbourne am Besten auslassen können (irgendwas verpasst man ja immer) und unbedingt sehen müssen. Sein erster Tipp lautete "don't rush to get out of the city" ("eilt nicht einfach nur aus der Stadt raus"), denn noch in der Stadt liegt der Royal National Park und in ihm zauberhafte Lagunen und Strände wie Wattamolla, eine bildschöne Lagune mit Wasserfall direkt am Meer. Mit den Wasserfällen hatten wir etwas Pech, denn dank des heissen Sommers waren alle entweder nur ein Rinnsal oder ganz ausgetrocknet. Ebenso nämlich der Wasserfall, der dem Vorort Waterfall seinen Namen gab. In Stanwell Tops, einem bekannten Absprungort für Drachenflieger und deswegen natürlich mit toller Aussicht, schlugen wir mehr oder weniger heimlich unser Nachtlager auf dem Parkplatz einer (vermutlich christlichen) Ferienwohnheim-Anlage auf und benutzten dort die sanitären Anlagen mit.

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Erstes Mal Linksverkehr

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2.3.07

Abschied

v.l.n.r.:
Daniel, Annika, Vanessa, Choon Ae, Seung


Am letzten Tag noch schnell ein Gruppenfoto geschossen und dann schweren Herzens unser Zimmer geräumt. Was sich da so alles ansammelt ... Unser Auto war bei der Abfahrt jedenfalls vollgestopft bis oben.

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